Man kann nicht nur Weißkraut sauer einlegen. Von den heimischen Gemüsen eignen sich vor allem auch Blumenkohl, Broccoli, Rote Bete, Karotten, Gurken, Bohnen, Zwiebeln, Wirsing, Tomaten, Kohlrabi, Rotkohl, Sellerie und Rettich. Nur Blattgemüsen und stark wasserhaltigen Pflanzen wie Radieschen sagt man schlechtere Gäreigenschaften nach.

Man sollte in jedem Fall Gemüse aus biologischem Anbau nehmen. Außer den Aspekten Ökologie und Gesundheit, wird auch vermutet, daß konventionelle, mit Pestiziden belastete Rohstoffe eher Buttersäure bilden und das Gärgut verderben.

Gewürze oder frische Kräuter kann man nach Belieben hinzu geben. Achtung gerbstoffhaltige Kräuter/Pflanzen sorgen für festere Konsistenz des Gärgutes. Manche Kräuter können eventuell auch die Gärung beeinflussen. Da hilft nur Experimentieren ;-)

Ich habe dann mal mit Rotkohl – den ich geschmacklich sehr gerne mag – angefangen. Dieser ist von der Grundkonsistenz sehr fest.

Und nun gehts los:
Den Kohl sehr fein schneiden. Zum Beispiel mit dem Schneidebrett, was man im Set mit dem Gärtopf bekommen kann. Dieses ist aber nur gut zu zweit zu handhaben. Darum habe ich, da ich den Moment alleine zuhause war, den Kohl mit einem guten Messer in feine Streifen geschnitten. Eine Lage Kohl in den gut gereinigten Topf geben. Einstampfen, damit sich die Zellen öffnen und der Kohl auch etwas weicher wird. Manche Leute geben dann direkt eine Schicht Salz dazu. Ich habe alle Lagen aufgefüllt und danach mit Salzlake (20 g pro Liter Wasser) aufgefüllt, bis das Gärgut 4 cm von der Flüssigkeit bedeckt war. Zum Kohl (4 kg) habe ich außerdem 2 Äpfel und 2 Zwiebeln gegeben. Und als kleine Starthilfe einen halben Liter Buttermilch hinzugefügt. Oberstes Gebot bei all diesen Arbeitsschritten ist die ;-)

Nach 2 Wochen Beobachtungszeit, währenddessen ich einmal Salzlake und mehrmals das Wasser im Rand des Gärtopfes nachgefüllt habe, ist es dann soweit. Ich konnte das erste Mal den Rotkohl schmecken. Mmmmh, soweit ganz lecker, aber für meinen Geschmack etwas zu hart und zu wenig Präsenz derApfel- und ZwiebelAromen. Also werde ich das nächste Mal noch etwas mehr stampfen und die beiden Zutaten verstärkt einsetzen.

Euch wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und nen guten Appetit ;-)

Bis zum nächsten Mal,
Tilly