Kochevent bei „Le Creuset“

Es ist nun schon etwas länger her, aber ich erinnere mich sehr gerne :-)

Im Dezember 2017 war ich in der Trierer Niederlassung von „Le Creuset“ eingeladen. Außer einem kleinen Markt mit meinen eigenen Produkten durfte ich auch die Töpfe von „Le Creuset“ benutzen und damit Backen und Experimentieren. Die Töpfe eignen sich phantastisch dazu, Brot mit toller Kruste herzustellen. Dies haben wir ausgiebig getan. Dazu habe ich dann einen Frischkäse-Avocado-Dipp, verfeinert mit Kräutern, Chilies und Blüten, gereicht. Da die Töpfe die Hitze sehr lange halten, haben wir sie auch zur Jogurtherstellung benutzt. Auch da gab es ein sehr leckeres Ergebnis.

Das Team hat mich ganz herzlich aufgenommen hatte. Dies und außerdem die vielen inspirierenden Gespräche mit den Kunden haben das ganze zu einem schönen Erlebnis mit Wiederholungspotenzial gemacht.

Vielleicht sehen wir uns ja auch bald bei Le Creuset? ;-)
Eure Tilly

Lese – (Zünd) – Stoff

Das Buch “Geraubte Ernte” von Vandana Shiva hat mich gleichzeitig stark beeindruckt und sehr wütend gemacht!

Die Autorin, die zu den herausragendsten Denkerinnen unserer Zeit zählt, hat es geschafft mich bei der Lektüre zu erschüttern und in einem auch zu bestärken etwas zu tun.

Sie erklärt sehr verständlich die Hintergründe und Motive der Agrar- und Wirtschaftstrukturen/-politik der Industrienationen und die massiven Auswirkungen auf die sogenannten Dritte-Welt-Länder.
Ihre guten Erklärungen und schön aufgebauten Folgerungen haben mir vor Augen geführt, wie absurd und menschen-/naturverachtend dieses System ist. Vieles war mir schon vorab bekannt, aber wie krass, respektlos und ausschließlich auf fetten Profit ausgelegt das Ganze abläuft, war mir noch nicht bewusst :-// Es ist ganz klar, daß es so nicht weitergehen kann! Ich hoffe, das dieses starke Buch viele Menschen erreicht und auch diese zum Nachdenken und am besten auch UMdenken anregt.

Um nicht noch was zu Heftigeres zu sagen, schließe ich lieber mit ner Strophe aus dem Song von Neil Young

“The Montsanto Years”

The seeds of life are not what they once were
Mother Nature and God don’t own them anymore

Tilly präsentiert: Ringelbume aus biologischem Anbau und ihre Produkte

Die Ringelblume ist eine meiner Lieblingspflanzen :-) Sie verkörpert für mich Licht und Vitalität. Mit ihrer heiteren Farbe muntert sie die Stimmung auf.

Als heliotrope Pflanze folgt sie dem Lauf der Sonne. Außerdem kann man mit ihr eine Wettervorhersage machen – öffnet sie morgens ihre Blüten, wird das Wetter schön.

In der Küche ist die Ringelblume vielseitig einsetzbar. Ihre getrockneten Blütenblätter sind eine wunderschöne Dekoration für Salate oder Suppen. Sie geben einen zart-herbem, leicht pfeffrigem Geschmack zur Speise. Außerdem können sie als Lebensmittelfarbstoff und Safranersatz eingesetzt werden ;-)

Selbst aus den frischen Knospen und den kompletten Blüten lassen sich kulinarische Erlebnisse mit zusätzlichem gesundheitlichen Nutzen, dank der innewohnenden Flavonoide, zaubern.

Wenn man den Hinweisen der Volksheilkunde folgt kann man die Ringelblume auch sehr hilfreich bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden einsetzen.

So mache ich einen aromatischen, leicht bitteren Tee aus den Blüten, der blutreinigend, schweißtreibend oder auch hilfreich bei Verdauungs- und Stoffwechselproblemen ist.

Außerdem stelle ich mit den selbst angebauten, sehr harzreichen Blütenköpfen ein Öl her, welches laut Volksheilkunde zur Wundbehandlung und Hautberuhigung bei Schürfwunden, so zum Beispiel auch nach dem Epilieren eingesetzt werden kann.

Es würde mich freuen, wenn Sie über mein Calendula-Öl auch nähere Bekanntschaft mit meiner Lieblingsblume machen würden ;-) Tilly

 

PRODUKTE:
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Calendula-Öl
Pflegeöl für den Körper
Ringelblumenblüten ausgezogen in Olivenöl
Braunglasflasche à 120 ml: 5,75 €
Braunglasflasche à 50 ml: 3,45 €

Dekorative Blütenblätter
Ringelblumen-Blütenblätter
einzeln abgezupft und schonend getrocknet
Schraubglas à 3,5 g, 2,70 €

Ringelblumen-Blüten
Vollständige Blüten, schonend getrocknet
Packpapiertüte à 50 g: 5,25

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KAUFEN:

Leider sind die Produkte momentan ausverkauft.
Umso mehr freue ich mich, daß bald die neue Saison beginnt und ich mich wieder der Herstellung dieser Produkte widmen kann.

tilly@kraeuter-leben.de

Wasserlösliche Tinte

In den letzten Tagen habe ich mich mit der Herstellung von Tinte befasst.

Eine Möglichkeit zur Herstellung ist das Verbrennen von Pflanzentrester. Damit erhält man eine nicht sehr dunkle, aber dennoch schöne Tinte. Diese ist wasserlöslich.

Man nehme die ausgedrückten Reste aus der Herstellung von Pflanzentinten. Diese füllt man in eine alte Konservendose und ummantelt sie mit Lehm. Dann kommt das ganze in einen FeuerOfen, wo der Trester dann relativ zart zu Kohle verbrennt. Die gewonnene Asche kann man dann  feiner mörsen oder mahlen. Mit dem Zusatz von Wasser erhält man die Tinte. Gibt man außerdem Gummiarabikum zu wird die Tinte dickflüssiger und gleichzeitig haltbar.

Aber Achtung, sie bleibt wasserlöslich ;-)

Kornblumen-Blau

Pflanzenfarbe als Speisefarbe

Die Kornblume hat eine wunderschöne blaue Blüte. Verantwortlich dafür sind die beinhalteten Anthocyane (bei der Kornblume das Centaurocyanin). Diese besondere Farbe möchte ich gerne für das Färben von Speisen in der Küche benutzen und so beginne ich zu Experimentieren.

Bei der Auswahl der Pflanzen, die Verwendung finden, sollte man unbedingt beachten, daß diese unbelastet (am besten aus biologischem Anbau) und natürlich ungiftig sind (bei anderen Pflanzenarten vergewissern). Dies ist bei den Kornblumen aus meinem Garten der Fall.

Auch früher schon wurde die Kornblume als Färbemittel benutzt und hat bis heute ihre Anwendung als Schmuckdroge behalten. So wird sie sehr schön als Bestandteil von Teemischungen eingesetzt.

Ich möchte aber gerne ein Mittel herstellen, daß man in flüssiger Form zum Beispiel einer Tortenglasur oder einem Eis beimischen kann.
Dazu mörse ich die ausgezupften Röhrenblüten in Buttermilch, drücke den Brei dann durch ein sauberes Leintuch und erhalte einen tollen Färbebrei.

Experiment gelungen :-))

Begeisterung und Freude :-)

Letzte Woche hatte ich das große Glück an einem Workshop von Peter Reichenbach teilzunehmen.

Als Initiator der weltweiten Färbergärten-Initiative sevengardens, hat er uns in das Färben mit Pflanzenfarben sowie in die Philosophie der Färbergärten eingeweiht.

Für mich war das besonders toll, daß es meine beiden Leidenschaften – Kräuter und Zeichnen/Malen – wunderbar miteinander vereint.

Außerdem finde ich die Grundsätze und die Ziele von sevengardens ganz wichtig und stimme damit überein. Es macht sehr viel Freude nun Teil dieses Netzwerkes zu sein, das Gedankengut weitertragen zu können und so etwas Gutes auszulösen.

Die nächsten Wanderungen von tillys kräuterleben werden sich sicherlich auch mit dem Thema “Färben mit Pflanzen bzw. mit Wildkräutern” beschäftigen. Ich kann es gar nicht abwarten selbst zu experimentieren und dies dann mit euch zusammen weiterzuführen.

Anbei findet ihr den Link, um euch selbst tiefergehend zu informieren:
http://www.sevengardens.org

Woah… finde ich gut!

Im Laufe eines Workshops, bei dem es um Gemüseanbau ging, wurde unter anderem auch das Thema „Genmanipulation“ behandelt. Eingeleitet wurde dieser Vortrag von einem Song. Ich war beeindruckt ;-)

Der Song stammt von dem neuen Konzept-Album (Juni 2015) des kanadischen Songwriters Neil Young. Das ganze Album beinhaltet starke Kritik am AgroKonzern Montsanto und ist echt stark. Am besten ihr hört selbst mal rein…

 

 

Ich für meinen Teil finde es klasse, daß Künstler sich engagieren und ihre Meinung auf diese Art und Weise kundtun.

„The seeds of life are not what they once were.
Mother Nature and God don’t own them anymore“

Da müssen wir doch was dagegen unternehmen! Samenfeste Sorten kaufen, selbst Samenbau betreiben,…

Die Milchsäuregärung – Teil 1

Die ernährungsphysiologischen Vorteile der Milchsäuregärung

Alte, traditionelle Konservierungsmethoden finde ich äußerst interessant. So habe ich mir, nach einem gelungenen Versuch in einem Workshop, einen eigenen Gärtopf zu Weihnachten gewünscht. Am Wochenende war es dann endlich soweit, diesen erstmalig einzusetzen bzw. auszuprobieren :-))

Ein paar theoretische Worte vorab:
Die Milchsäuregärung ist eine der ältesten Konservierungsmethoden der Welt. Sie funktioniert absolut energiefrei. Man kann damit viele Lebensmittel haltbar und bekömmlicher machen.

[pullquote]Die Milchsäuregärung funktioniert absolut energiefrei[/pullquote]

Diese fermentierten Lebensmittel behalten ihren vollen Vitamin- und Vitalstoffgehalt , weil sie nicht erhitzt werden. Ballaststoffe und Proteine werden durch die Tätigkeit der Milchsäurebakterien kaum verändert. Zwar gibt es zu Beginn des Gärprozesses einen kurzzeitigen Stoffabbau, doch bilden sich unter Einfluss der Milchsäurebakterien bald neue Substanzen wie Acetylcholin, verschiedene Enzyme, Vitamin C sowie in geringen Mengen Vitamin B12.

Da Vitamin B12 sonst nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist Milchsaures vor allem für strenge Vegetarier, als einzige pflanzliche Vitamin B12-Quelle interessant.

Die bei der Gärung entstehende Milchsäure ist eine schwache organische Säure, die anders als die Gärprodukte Essig und Alkohol leicht in den menschlichen Stoffwechsel eingebaut werden kann und dort nicht säurebildend wirkt.

Somit haben milchsaurer Erzeugnisse einen sehr hohen ernährungsphysiologischen Wert. Ihre positive Wirkung auf die menschliche Darmflora ist wissenschaftlich belegt. Und außerdem sind sie lecker ;-)

Das Prinzip der Milchsäuregärung – Teil 2

Die Gärung:
Bei der Milchsäuregärung wandeln Mikroorganismen Zucker (Kohlenhydrate) in Milchsäure um. Dazu müssen Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad herrschen und es darf kein Sauerstoff eindringen, gleichzeitig aber Kohlensäure entweichen können. Molke, fertige Fermente oder auch ein Teil der alten Gärflüssigkeit eignen sich als Starthilfe für den neuen Ansatz.

Das Salz:
Das Salz hat die Aufgabe, das Gemüse vor dem Verderben zu bewahren, so lange noch nicht genügend Milchsäure gebildet wurde. Ein Salzzusatz zwischen 0,8 und 1,5 Gewichtsprozent ergibt ein wohlschmeckendes und stabiles Produkt. Bei zu wenig Salz dominieren die Hefen und leiten eine Alkoholgärung ein, die Fäulnis zur Folge hat. Ich würde empfehlen, sich zunächst an die Vorgaben zu halten und je nach Ergebnis bei späteren Versuchen die Salzmenge schrittweise reduzieren. Sauerkraut ist nach bisherigen Erfahrungen das einzige Gärgemüse, das fast oder ganz ohne Salz gelingt.

Die Flüssigkeit:
Wenn nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist, füllt man den Topf so weit mit zusätzlicher Salzlake (15 – 25 g pro Liter abgekochtes Wasser), daß diese drei bis vier Zentimeter über den Steinen steht. Den Stand der Flüssigkeit muss man täglich kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen.

Der Topf:
Eine Möglichkeit, Milchsaures zu Hause herzustellen, ist mittels eines Gärtopfes. Der Topf ist aus Steinzeug gefertigt und mit einer bleifreien Glasur überzogen, sodass er keinen Fremdgeschmack annimmt und einfach zu reinigen ist. Am oberen Ende besitzt er eine Rinne, die mit Wasser gefüllt wird, bevor man den Deckel aufsetzt. So kann die während der Gärung entstehende Kohlensäure entweichen, ohne dass Luftsauerstoff nach innen gelangt.

Die zusätzliche Ausstattung:
Außerdem gehört ein Stampfer und zwei Beschwerungssteine (sowie ein Schneidebrett zum Zerkleinern) zur Ausstattung. Mit dem Stampfer wird das Gärgut nach dem Einfüllen eingestampft, so daß die Zellen aufbrechen, Flüssigkeit austritt und das Gärgut gleichzeitig aufnahmebereiter ist. Die Steine werden zum Schluss auf das zerkleinerte, eingestampfte Gärgut gelegt, um dieses zu beschweren und darin noch eingeschlossene Luft heraus zu pressen.

Die Praxis der Milchsäuregärung – Teil 3

Man kann nicht nur Weißkraut sauer einlegen. Von den heimischen Gemüsen eignen sich vor allem auch Blumenkohl, Broccoli, Rote Bete, Karotten, Gurken, Bohnen, Zwiebeln, Wirsing, Tomaten, Kohlrabi, Rotkohl, Sellerie und Rettich. Nur Blattgemüsen und stark wasserhaltigen Pflanzen wie Radieschen sagt man schlechtere Gäreigenschaften nach.

Man sollte in jedem Fall Gemüse aus biologischem Anbau nehmen. Außer den Aspekten Ökologie und Gesundheit, wird auch vermutet, daß konventionelle, mit Pestiziden belastete Rohstoffe eher Buttersäure bilden und das Gärgut verderben.

Gewürze oder frische Kräuter kann man nach Belieben hinzu geben. Achtung gerbstoffhaltige Kräuter/Pflanzen sorgen für festere Konsistenz des Gärgutes. Manche Kräuter können eventuell auch die Gärung beeinflussen. Da hilft nur Experimentieren ;-)

Ich habe dann mal mit Rotkohl – den ich geschmacklich sehr gerne mag – angefangen. Dieser ist von der Grundkonsistenz sehr fest.

Und nun gehts los:
Den Kohl sehr fein schneiden. Zum Beispiel mit dem Schneidebrett, was man im Set mit dem Gärtopf bekommen kann. Dieses ist aber nur gut zu zweit zu handhaben. Darum habe ich, da ich den Moment alleine zuhause war, den Kohl mit einem guten Messer in feine Streifen geschnitten. Eine Lage Kohl in den gut gereinigten Topf geben. Einstampfen, damit sich die Zellen öffnen und der Kohl auch etwas weicher wird. Manche Leute geben dann direkt eine Schicht Salz dazu. Ich habe alle Lagen aufgefüllt und danach mit Salzlake (20 g pro Liter Wasser) aufgefüllt, bis das Gärgut 4 cm von der Flüssigkeit bedeckt war. Zum Kohl (4 kg) habe ich außerdem 2 Äpfel und 2 Zwiebeln gegeben. Und als kleine Starthilfe einen halben Liter Buttermilch hinzugefügt. Oberstes Gebot bei all diesen Arbeitsschritten ist die ;-)

Nach 2 Wochen Beobachtungszeit, währenddessen ich einmal Salzlake und mehrmals das Wasser im Rand des Gärtopfes nachgefüllt habe, ist es dann soweit. Ich konnte das erste Mal den Rotkohl schmecken. Mmmmh, soweit ganz lecker, aber für meinen Geschmack etwas zu hart und zu wenig Präsenz derApfel- und ZwiebelAromen. Also werde ich das nächste Mal noch etwas mehr stampfen und die beiden Zutaten verstärkt einsetzen.

Euch wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und nen guten Appetit ;-)

Bis zum nächsten Mal,
Tilly

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