Wasserlösliche Tinte

In den letzten Tagen habe ich mich mit der Herstellung von Tinte befasst.

Eine Möglichkeit zur Herstellung ist das Verbrennen von Pflanzentrester. Damit erhält man eine nicht sehr dunkle, aber dennoch schöne Tinte. Diese ist wasserlöslich.

Man nehme die ausgedrückten Reste aus der Herstellung von Pflanzentinten. Diese füllt man in eine alte Konservendose und ummantelt sie mit Lehm. Dann kommt das ganze in einen FeuerOfen, wo der Trester dann relativ zart zu Kohle verbrennt. Die gewonnene Asche kann man dann  feiner mörsen oder mahlen. Mit dem Zusatz von Wasser erhält man die Tinte. Gibt man außerdem Gummiarabikum zu wird die Tinte dickflüssiger und gleichzeitig haltbar.

Aber Achtung, sie bleibt wasserlöslich ;-)

Kornblumen-Blau

Pflanzenfarbe als Speisefarbe

Die Kornblume hat eine wunderschöne blaue Blüte. Verantwortlich dafür sind die beinhalteten Anthocyane (bei der Kornblume das Centaurocyanin). Diese besondere Farbe möchte ich gerne für das Färben von Speisen in der Küche benutzen und so beginne ich zu Experimentieren.

Bei der Auswahl der Pflanzen, die Verwendung finden, sollte man unbedingt beachten, daß diese unbelastet (am besten aus biologischem Anbau) und natürlich ungiftig sind (bei anderen Pflanzenarten vergewissern). Dies ist bei den Kornblumen aus meinem Garten der Fall.

Auch früher schon wurde die Kornblume als Färbemittel benutzt und hat bis heute ihre Anwendung als Schmuckdroge behalten. So wird sie sehr schön als Bestandteil von Teemischungen eingesetzt.

Ich möchte aber gerne ein Mittel herstellen, daß man in flüssiger Form zum Beispiel einer Tortenglasur oder einem Eis beimischen kann.
Dazu mörse ich die ausgezupften Röhrenblüten in Buttermilch, drücke den Brei dann durch ein sauberes Leintuch und erhalte einen tollen Färbebrei.

Experiment gelungen :-))

Begeisterung und Freude :-)

Letzte Woche hatte ich das große Glück an einem Workshop von Peter Reichenbach teilzunehmen.

Als Initiator der weltweiten Färbergärten-Initiative sevengardens, hat er uns in das Färben mit Pflanzenfarben sowie in die Philosophie der Färbergärten eingeweiht.

Für mich war das besonders toll, daß es meine beiden Leidenschaften – Kräuter und Zeichnen/Malen – wunderbar miteinander vereint.

Außerdem finde ich die Grundsätze und die Ziele von sevengardens ganz wichtig und stimme damit überein. Es macht sehr viel Freude nun Teil dieses Netzwerkes zu sein, das Gedankengut weitertragen zu können und so etwas Gutes auszulösen.

Die nächsten Wanderungen von tillys kräuterleben werden sich sicherlich auch mit dem Thema “Färben mit Pflanzen bzw. mit Wildkräutern” beschäftigen. Ich kann es gar nicht abwarten selbst zu experimentieren und dies dann mit euch zusammen weiterzuführen.

Anbei findet ihr den Link, um euch selbst tiefergehend zu informieren:
http://www.sevengardens.org

Woah… finde ich gut!

Im Laufe eines Workshops, bei dem es um Gemüseanbau ging, wurde unter anderem auch das Thema “Genmanipulation” behandelt. Eingeleitet wurde dieser Vortrag von einem Song. Ich war beeindruckt ;-)

Der Song stammt von dem neuen Konzept-Album (Juni 2015) des kanadischen Songwriters Neil Young. Das ganze Album beinhaltet starke Kritik am AgroKonzern Montsanto und ist echt stark. Am besten ihr hört selbst mal rein…

 

 

Ich für meinen Teil finde es klasse, daß Künstler sich engagieren und ihre Meinung auf diese Art und Weise kundtun.

“The seeds of life are not what they once were.
Mother Nature and God don’t own them anymore”

Da müssen wir doch was dagegen unternehmen! Samenfeste Sorten kaufen, selbst Samenbau betreiben,…

Die Milchsäuregärung – Teil 1

Die ernährungsphysiologischen Vorteile der Milchsäuregärung

Alte, traditionelle Konservierungsmethoden finde ich äußerst interessant. So habe ich mir, nach einem gelungenen Versuch in einem Workshop, einen eigenen Gärtopf zu Weihnachten gewünscht. Am Wochenende war es dann endlich soweit, diesen erstmalig einzusetzen bzw. auszuprobieren :-))

Ein paar theoretische Worte vorab:
Die Milchsäuregärung ist eine der ältesten Konservierungsmethoden der Welt. Sie funktioniert absolut energiefrei. Man kann damit viele Lebensmittel haltbar und bekömmlicher machen.

Die Milchsäuregärung funktioniert absolut energiefrei

Diese fermentierten Lebensmittel behalten ihren vollen Vitamin- und Vitalstoffgehalt , weil sie nicht erhitzt werden. Ballaststoffe und Proteine werden durch die Tätigkeit der Milchsäurebakterien kaum verändert. Zwar gibt es zu Beginn des Gärprozesses einen kurzzeitigen Stoffabbau, doch bilden sich unter Einfluss der Milchsäurebakterien bald neue Substanzen wie Acetylcholin, verschiedene Enzyme, Vitamin C sowie in geringen Mengen Vitamin B12.

Da Vitamin B12 sonst nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist Milchsaures vor allem für strenge Vegetarier, als einzige pflanzliche Vitamin B12-Quelle interessant.

Die bei der Gärung entstehende Milchsäure ist eine schwache organische Säure, die anders als die Gärprodukte Essig und Alkohol leicht in den menschlichen Stoffwechsel eingebaut werden kann und dort nicht säurebildend wirkt.

Somit haben milchsaurer Erzeugnisse einen sehr hohen ernährungsphysiologischen Wert. Ihre positive Wirkung auf die menschliche Darmflora ist wissenschaftlich belegt. Und außerdem sind sie lecker ;-)

Das Prinzip der Milchsäuregärung – Teil 2

Die Gärung:
Bei der Milchsäuregärung wandeln Mikroorganismen Zucker (Kohlenhydrate) in Milchsäure um. Dazu müssen Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad herrschen und es darf kein Sauerstoff eindringen, gleichzeitig aber Kohlensäure entweichen können. Molke, fertige Fermente oder auch ein Teil der alten Gärflüssigkeit eignen sich als Starthilfe für den neuen Ansatz.

Das Salz:
Das Salz hat die Aufgabe, das Gemüse vor dem Verderben zu bewahren, so lange noch nicht genügend Milchsäure gebildet wurde. Ein Salzzusatz zwischen 0,8 und 1,5 Gewichtsprozent ergibt ein wohlschmeckendes und stabiles Produkt. Bei zu wenig Salz dominieren die Hefen und leiten eine Alkoholgärung ein, die Fäulnis zur Folge hat. Ich würde empfehlen, sich zunächst an die Vorgaben zu halten und je nach Ergebnis bei späteren Versuchen die Salzmenge schrittweise reduzieren. Sauerkraut ist nach bisherigen Erfahrungen das einzige Gärgemüse, das fast oder ganz ohne Salz gelingt.

Die Flüssigkeit:
Wenn nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist, füllt man den Topf so weit mit zusätzlicher Salzlake (15 – 25 g pro Liter abgekochtes Wasser), daß diese drei bis vier Zentimeter über den Steinen steht. Den Stand der Flüssigkeit muss man täglich kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen.

Der Topf:
Eine Möglichkeit, Milchsaures zu Hause herzustellen, ist mittels eines Gärtopfes. Der Topf ist aus Steinzeug gefertigt und mit einer bleifreien Glasur überzogen, sodass er keinen Fremdgeschmack annimmt und einfach zu reinigen ist. Am oberen Ende besitzt er eine Rinne, die mit Wasser gefüllt wird, bevor man den Deckel aufsetzt. So kann die während der Gärung entstehende Kohlensäure entweichen, ohne dass Luftsauerstoff nach innen gelangt.

Die zusätzliche Ausstattung:
Außerdem gehört ein Stampfer und zwei Beschwerungssteine (sowie ein Schneidebrett zum Zerkleinern) zur Ausstattung. Mit dem Stampfer wird das Gärgut nach dem Einfüllen eingestampft, so daß die Zellen aufbrechen, Flüssigkeit austritt und das Gärgut gleichzeitig aufnahmebereiter ist. Die Steine werden zum Schluss auf das zerkleinerte, eingestampfte Gärgut gelegt, um dieses zu beschweren und darin noch eingeschlossene Luft heraus zu pressen.

Die Praxis der Milchsäuregärung – Teil 3

Man kann nicht nur Weißkraut sauer einlegen. Von den heimischen Gemüsen eignen sich vor allem auch Blumenkohl, Broccoli, Rote Bete, Karotten, Gurken, Bohnen, Zwiebeln, Wirsing, Tomaten, Kohlrabi, Rotkohl, Sellerie und Rettich. Nur Blattgemüsen und stark wasserhaltigen Pflanzen wie Radieschen sagt man schlechtere Gäreigenschaften nach.

Man sollte in jedem Fall Gemüse aus biologischem Anbau nehmen. Außer den Aspekten Ökologie und Gesundheit, wird auch vermutet, daß konventionelle, mit Pestiziden belastete Rohstoffe eher Buttersäure bilden und das Gärgut verderben.

Gewürze oder frische Kräuter kann man nach Belieben hinzu geben. Achtung gerbstoffhaltige Kräuter/Pflanzen sorgen für festere Konsistenz des Gärgutes. Manche Kräuter können eventuell auch die Gärung beeinflussen. Da hilft nur Experimentieren ;-)

Ich habe dann mal mit Rotkohl – den ich geschmacklich sehr gerne mag – angefangen. Dieser ist von der Grundkonsistenz sehr fest.

Und nun gehts los:
Den Kohl sehr fein schneiden. Zum Beispiel mit dem Schneidebrett, was man im Set mit dem Gärtopf bekommen kann. Dieses ist aber nur gut zu zweit zu handhaben. Darum habe ich, da ich den Moment alleine zuhause war, den Kohl mit einem guten Messer in feine Streifen geschnitten. Eine Lage Kohl in den gut gereinigten Topf geben. Einstampfen, damit sich die Zellen öffnen und der Kohl auch etwas weicher wird. Manche Leute geben dann direkt eine Schicht Salz dazu. Ich habe alle Lagen aufgefüllt und danach mit Salzlake (20 g pro Liter Wasser) aufgefüllt, bis das Gärgut 4 cm von der Flüssigkeit bedeckt war. Zum Kohl (4 kg) habe ich außerdem 2 Äpfel und 2 Zwiebeln gegeben. Und als kleine Starthilfe einen halben Liter Buttermilch hinzugefügt. Oberstes Gebot bei all diesen Arbeitsschritten ist die ;-)

Nach 2 Wochen Beobachtungszeit, währenddessen ich einmal Salzlake und mehrmals das Wasser im Rand des Gärtopfes nachgefüllt habe, ist es dann soweit. Ich konnte das erste Mal den Rotkohl schmecken. Mmmmh, soweit ganz lecker, aber für meinen Geschmack etwas zu hart und zu wenig Präsenz derApfel- und ZwiebelAromen. Also werde ich das nächste Mal noch etwas mehr stampfen und die beiden Zutaten verstärkt einsetzen.

Euch wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und nen guten Appetit ;-)

Bis zum nächsten Mal,
Tilly

Kleiner Weihnachstmarkt

Dienstag, 1. Dezember 2015
19:30 Uhr bei den “Kreativen Trier”
La Tienda, Trier

Im Zuge eines vorweihnachtlichen Abends wird der Gast des Abends, die Märchenerzählerin Gitta Pelzer uns mit in Ihre Märchenwelt nehmen.

In dieser Weihnachtswunderwelt werde ich einen kleinen Markt veranstalten und unter anderem den “Heißen Holli” anbieten ;-)

mehr dazu

Dreierlei vom Elbling – ein Testbericht

Gerne orientiere ich mich bei der Herstellung meiner Produkte daran, was meine Kunden mögen. Und darum habe ich nun Séraphine nach ihrer Meinung über meine neuen Fruchtzubereitungen vom Elbling gefragt. Ein netter Nebeneffekt dieses Tests war, daß Séraphine mir in punkto Geschenkverpackung ein paar Tips gegeben hat :-)

Hier nun ihr Testbericht:

“Tilly, ich bedanke mich ganz herzlich für Dein Dreierlei vom Elbing. Die haben mir alle ganz toll geschmeckt!

Elbling mit Giersch – damit wusste ich zuerst nichts anzufangen. Als ich es dann probierte, war ich begeistert. Schmeckt ganz toll auf einem Butterbrot… noch besser hat es mir geschmeckt, wenn zwischen dem Butterbrot und der Marmelade eine Schicht Frischkäse zu finden war… dies machte das Geschmackserlebnis noch frischer.

Elbling mit Pepperoni – “Mein Gott!” dachte ich, “wie soll das denn schmecken?”. Auch hier war ich begeistert. Eine wohlschmeckende Fruchtzubereitung und dann kommt irgendwann – “etwas weiter hinten” – eine leichte Schärfe, die aber nicht unangenehm ist. Im Gegenteil, mit einer Zwischenschicht Frischkäse wird auch das eine runde Sache / ein rundes Butterbrot ! Die Schärfe bleibt nicht lange, was ich gut finde, für eine Fruchtzubereitung… und der Frischkäse ist eine ganz tolle zweite Komponente zur Schärfe!

Und dann: Elbling mit Pepperoni und ZWIEBELN !!! Man stelle sich bitte die Musik von « Psycho » vor. Kann man das essen? Oh ja! Mann kann und Frau auch ;-) Auch hier auf einem Butterbrot, am liebsten mit Frischkäse, und man hat ein aussergewöhnliches Geschmackserlebnis. Man erwartet eine süsse Fruchtzubereitung, wird aber überrascht. Klar ist das Produkt auch süss, halt nur nicht sooo süss wie eine klassische Fruchtzubereitung. Eine tolle Variante für die nichtso Süssen unter euch. Ich mochte sie auch sehr gerne zu Fleischgerichten, zum Beispiel zu Leber oder der luxemburgischen Blutwurst – an Stelle von Apfelmus. Könnte sie mir auch sehr gut bei Kartoffelpuffern vorstellen.

Alles in allem war dieses Dreierlei ein Gedicht ! Danke nochmals,Tilly :-)”

Netzwerkgespäch bei den Kreativen Trier

Letzte Woche durfte ich mich als KräuterFee bei den Kreativen Trier präsentieren :-)

Sie treffen sich zwecks Austausch und Vernetzung jeden ersten Dienstag im Monat im “La Tienda” in der Eberhardstraße.

Der Abend war sehr schön und inspirierend. Ich hatte eine kleine Verkostung in Form von Olivenkraut-Brot und Knoblauch-Grün-Pesto vorbereitet und außerdem die neue HerbstEdition des Moseldudlers zum Schmecken mitgebracht.

Nach einer Präsentation meiner Person, meines Werdegangs und der Standbeine, die ich bis jetzt entwickelt habe, kamen wir gut ins Gespräch.

Es wurden viele Fragen gestellt, die mich dann wiederum im Nachhinein zum Nachdenken und Recherchieren gebracht haben.
Dieser Austausch war sehr anregend und gleichzeitig auch sehr wichtig für mich, da ich so die Interessen und Fragen meiner “Kunden” kennenlernen.

Eine Anfrage galt dem Nachschub beim Moseldudlers :-) Und ich kann bestätigen: Eine weiter Charge ist in Arbeit ;-)

Bis bald und einen schönen Herbstbeginn,
das wünscht Euch,
Tilly

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